Hochwasserschutzmaßnahmen für den Teilort Niederalfingen

Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men für den Teil­ort Nie­der­al­fin­gen

Ver­fas­ser: Josef Kowatsch. ergänz­te Fas­sung 27.April 2019

Gebün­del­te Vor­schlä­ge der Fach­grup­pe Hoch­was­ser­schutz: Anton Hüg­ler, Joa­chim Grimm, Josef Kowatsch, Edu­ard Rup und Her­bert Wan­ner.

Vor­be­mer­kun­gen

1)Spundwände in der Orts­mit­te Nie­der­al­fin­gens zur schnel­le­ren Ablei­tung des Hoch­was­sers durch den Ort leh­nen wir grund­sätz­lich ab, sie lei­ten das Was­ser nur schnel­ler durch, das ist grund­sätz­lich kein neu­zeit­li­cher Hoch­was­ser­schutz, son­dern eine ego­is­ti­sche Sofort­maß­nah­me eines Ortes. Außer­dem staut sich das Was­ser bei einem gleich­zei­ti­gen Kocher­hoch­was­ser in den Ort zurück und das erheb­lich anfal­len­de Ober­flä­chen­was­ser im Ort hat kei­ne Abfluss­mög­lich­keit in den Bach.
Das Prin­zip des Hoch­was­ser­schut­zes: die Hoch­was­ser­spit­zen müs­sen am Ort der Ent­ste­hung zurück­ge­hal­ten und auf Stau-Flä­chen teil­wei­se ver­si­ckert wer­den. Das ist zugleich eine not­wen­di­ge Maß­nah­me der Grund­was­ser­neu­bil­dung. Die­se Art Hoch­was­ser­schutz geht nicht in die Höhe mit Beton, son­dern in die Brei­te und in die Tie­fe, sie dient der Grund­was­ser­neu­bil­dung und speist auch die Tie­fen­quel­len unse­res Frei­ba­des

2) Wir leh­nen sin­gu­lä­re Groß­däm­me ab. Die­se sind sehr teu­er, ste­hen leer als Beton­hin­der­nis in der Land­schaft und war­ten auf ihr Jahr­hun­dert­ereig­nis Hoch­was­ser. Eine Land­schafts­zer­stö­rung son­ders­glei­chen und nur schwer rea­li­sier­bar in einem FFH-Gebiet.

Auf was zei­gen wir vier auf die­sem Bild im Auwald?

Wir – eine Grup­pe des Gemein­de­ra­tes — such­ten nach Lösun­gen, die auf dem bereits bestehen­den vor­han­de­nen Schutz auf­bau­en, vor­han­de­ne Eng­stel­len mit­nut­zen und zugleich neue Wie­sen­flä­chen zum Ein­stau und auch für die Ver­si­cke­rung der Hoch­was­ser­spit­zen schaf­fen. Das FFH-Schutz­ge­biet hat eine gesun­de Boden­struk­tur, das eine schnel­le Ver­si­cke­rung begüns­tigt, die sich für eine Grund­was­ser­neu­bil­dung gut eig­net. Unse­re Vor­schlä­ge betref­fen das Nie­der­al­fin­ger Gebiet als auch das Gebiet der Gemein­de Neu­ler. Für das Nie­der­al­fin­ger Gebiet sind einer­seits Sofort­maß­nah­men als auch län­ger­fris­ti­ge Maß­nah­men an mög­lichst allen genann­ten Stel­len umzu­set­zen, begin­nend beim bestehen­den Ring­damm­ob­jekt am Frei­bad als auch 300 m wei­ter hin­ten bei der Eng­stel­le, sowie am Bach­lauf im Bereich der Frei­ba­dein­gan­ges. Dadurch ergän­zen und addie­ren sich die Maß­nah­men in ihrer Rück­stau- und Schutz­wir­kung. Not­wen­dig ist hier­zu eine abge­stimm­te Berech­nung der Öff­nun­gen. Bei unse­ren Über­le­gun­gen und den nun gemach­ten Vor­schlä­gen haben wir immer die Erhal­tung der Land­schaft mit mög­lichst weni­gen Ein­grif­fen ins bestehen­de Natur­schutz­ge­biet im Auge gehabt. Wir bevor­zu­gen einen Hoch­was­ser­schutz im Ein­klang mit der Natur.

A=Sofortmaßnahmen. B=Ergänzende Maß­nah­men.

A.1 Sofort­maß­nah­men beim Frei­bad hin­ten: Beginn des FFH-Schutz­ge­bie­tes

Der vor über 25 Jah­ren ins Bach­bett ein­ge­bau­te und von außen kaum sicht­ba­re Ring­damm muss aus Alters­grün­den und wegen den Hoch­was­ser­ein­wir­kun­gen vom 29.Mai 2016 sowie­so über­prüft, saniert und dabei gleich­zei­tig opti­miert wer­den. Eine Umset­zung muss sofort durch­ge­führt wer­den. Bei der Sanie­rung bzw. der wei­te­ren Ertüch­ti­gung schla­gen wir drei Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten vor, die alle sofort mit einem ver­tret­ba­ren preis­güns­ti­gen Auf­wand umge­setzt wer­den könn­ten.

1) Bei dem in den Bach­lauf ein­ge­bau­ten Ring­damm ist der bach­auf­wärts zei­gen­de vor­de­re Teil min­des­tens auf die Höhe der hin­te­ren Hälf­te anzu­he­ben, der Durch­lass bleibt 1,57 x 1,60m. Wir gehen hier­bei um eine Erhö­hung von min­des­tens 60 cm aus.

2)Verkleinerung des Brü­cken­durch­las­ses. Das der­zei­ti­ge Durch­lass­vo­lu­men unter der Stra­ße ist abge­stimmt auf den vor­han­de­nen Durch­lass zu ver­klei­nern, d.h. er muss in der Sum­me immer noch etwas grö­ßer blei­ben, z.B. 1,70 x 1,70 m, aber ins­ge­samt ergibt das beim Brü­cken­durch­lass eine Ver­klei­ne­rung des jet­zi­gen Durch­lass­vo­lu­mens. Die Durch­lass­flä­che beträgt der­zeit 7,8 bis 8 m2 und ist viel zu groß.

3) Wie bei den Besich­ti­gun­gen von meh­re­ren Gemein­de­rä­ten mehr­fach ange­spro­chen, könn­te eine klei­ne Stra­ßen­an­he­bung oder eine klei­ne Spund/Betonwand am Ufer ent­lang den Schutz ergän­zen ähn­lich den ursprüng­lich von der Fir­ma Stadt­land Inge­nieu­re vor­ge­stell­ten aller­ers­ten Plä­nen, sie­he auch nächs­tes Bild.
Mit der Ertüch­ti­gung des Ring­dam­mes gemäß der Punk­te A.1.bis A.1.3. soll als Sofort-maß­nah­me schnellst mög­lichst begon­nen wer­den. Durch die ers­te Reno­vie­rungs-maß­nah­me erhöht sich nicht nur der Rück­stau­raum des der­zei­ti­gen Dam­mes wesent­lich, son­dern der Stau­raum erwei­tert sich auch nach vor­ne zum Damm hin in den brei­ter wer­den­den Auwald hin­ein. Erwei­te­rung von der­zeit 5900m3 auf gut 20 000m3.

A.2 Ver­le­gung des Lager­rau­mes und Ände­rung der Zufahrt ins Frei­bad (auf für Ent­sor­gungs­fahr­zeu­ge) in den Bereich der abge­bro­che­nen Brü­cke beim Ein­gang

Wenn die Zufahrt nicht über die ober­lauf­sei­ti­ge Zufahrt erfol­gen muss, kann die Sofort­maß­nah­me A.1 auch erwei­tert wer­den. Die Fahr­bahn kann höher gelegt wer­den, eine Berück­sich­ti­gung der Zufahrt zum Frei­bad muss nicht mehr erfol­gen.

A.3 Ände­rung des Höhen­ver­lau­fes des Weges über den bestehen­den Damm
Bei einer Höhen­an­pas­sung der Gra­di­en­te des Weges über den Damm um einen Meter, kann der der­zeit tie­fer­lie­gen­de Stra­ßen­teil im Bereich der ver­mut­lich ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Über­ström­schar­te wesent­lich stär­ker ange­ho­ben wer­den. Bei einer geeig­ne­ten Ober­flä­chen­be­fes­ti­gung kann der Damm nahe­zu voll­stän­dig über­ström­bar gestal­tet wer­den. Bei einem Weg­fall der Frei­bad­zu­fahrt kann eine geeig­ne­te Was­ser­füh­rung mit ein­fa­chen Mit­teln rea­li­siert wer­den. Es wür­de sich hier­bei eine wesent­li­che Erhö­hung des Rück­hal­te­vo­lu­mens von der­zeit 5900m3 auf ca. 25 000m3 bis 33 000m3 ein­stel­len, je nach Stra­ßen­hö­he. Die­ser Vor­schlag ent­spricht der Pla­nung der SLI vom Herbst 2016, die auch in der Nie­der­al­fin­ger Bür­ger­ver­samm­lung vor­ge­stellt wur­de. Aller­dings wäre die­se Maß­nah­me bereits mit eini­gen Kos­ten ver­bun­den und bedürf­te der Geneh­mi­gung durch den Natur­schutz. Es han­delt sich teil­wei­se um Ein­grif­fe in ein intak­tes FFH-Schutz­ge­biet.

A.4 Maß­nah­me an der Eng­stel­le, 300 m bach­auf­wärts
Dort soll ein ähn­li­cher Damm wie der jet­zi­ge vor­ne in das Bach­bett ein­ge­baut wer­den. Bei­de Stau­weh­re – vor­ne und an der Eng­stel­le — addie­ren sich in der Wir­kung. Die Durch­lass­öff­nung muss etwas klei­ner sein als vor­ne. Die Öff­nun­gen müs­sen so berech­net wer­den, dass sie sich in ihrer Wir­kung ergän­zen und gegen­sei­tig regeln.
Vor­teil: Bei dem­sel­ben Bau­werk wie vor­ne erge­ben sich hin­ten an der Eng­stel­le im Bach­lauf nur mini­ma­le Ein­grif­fe in das FFH, ins­be­son­de­re kei­ne Ein­grif­fe in den wert­vol­len Auwald, denn die­ser beginnt erst eini­ge Meter wei­ter bach­auf­wärts.
Nur im Bereich des Durch­las­ses sind klei­ne­re tech­ni­sche Bau­wer­ke erfor­der­lich, wodurch stand­ort­frem­de Fich­ten ent­fernt wer­den müs­sen. Die Ent­fer­nung der Fich­ten bedeu­tet sogar eine öko­lo­gi­sche Auf­wer­tung an der Eng­stel­le, denn der Auwald könn­te sich nun bis zum Bau­werk hin aus­brei­ten. Ein wei­te­rer Vor­teil ist die nach der Eng­stel­le sich aus­wei­ten­de Bach­aue mit Auwald und einem gro­ßen flä­chen­haf­ten Rück­stau­vo­lu­men. Ein Pla­nungs­auf­trag ist schnell zu ver­ge­ben.

Sie­he rote Stri­che an den Bäu­men bei 2m und 4m Höhe

Sie­he rote Stri­che an den Bäu­men bei 2m und 4m Höhe
Die Aus­füh­rung des Dam­mes kann sehr natur­nah gestal­tet wer­den, ein Ein­fü­gen in das FFH Gebiet wäre sehr gut mög­lich, da kei­ne befes­tig­te Stra­ße auf dem Damm wie am Frei­b­ad­damm erfor­der­lich wäre. Es genü­gen Spund­wän­de mit einer auf den Ring­damm abge­stimm­ten Durch­lass­öff­nung. Ein flä­chi­ger Über­lauf über die Gesamt­brei­te ist bei geeig­ne­ter Aus­füh­rung mög­lich. Der Ein­satz auf Beton kann auf ein Mini­mum redu­ziert wer­den, da nur Aus­kolk­un­gen und Ver­wir­be­lun­gen im direk­ten Rohr­zu­lauf zu befes­ti­gen sind. Ein­stau­vo­lu­men bei 2m Höhe über Ufer: 12000 bis 14 000m3. Bei 3m Höhe: Rück­stau im Tal: 227m, Was­ser­vo­lu­men: ca. 29 000m3
Auf­grund der Gelän­de­si­tua­ti­on kann der Damm im Unter­strom sehr flach gestal­tet wer­den, eine sehr brei­te Damm­auf­stands­flä­che wäre mög­lich, somit erhöht sich die nutz­ba­re Ober­flä­che wel­che begrünt und für Flo­ra und Fau­na genutzt wer­den kann.
Durch die mög­li­che Ein­stau­si­tua­ti­on ist bedingt auch die Funk­ti­on des Auwal­des ver­bes­sert und sicher­ge­stellt.
Eine sin­gu­lä­re Beton­damm­pla­nung mit 6 m Damm­hö­he und einer 4m befahr­ba­ren Damm­brei­te in 6m Höhe über dem Ufer wie er von den Pla­nern und den Beton­den­kern des WWA ger­ne gebaut wird, ist ein­mal aus Kos­ten­grün­den, aber auch wegen den gel­ten­den FFH-Natur­schutz­be­stim­mun­gen nicht umsetz­bar. Die Maß­ga­ben des Natur­schut­zes wur­den den Pla­nern und den WWA-Exper­ten bei einer gemein­sa­men Besich­ti­gung Anfang Janu­ar 2019 mit­ge­teilt. Trotz­dem haben sie sich nicht dar­an gehal­ten.

A.5 Besei­ti­gung der Engstelle/Dammschüttung im Bereich des Ein­gangs Frei­bad. (dort wo die Brü­cke war)

Wie sich beim Unter­wet­ter­er­eig­nis vom 29.Mai 2016 gezeigt hat, besteht ein Durch­fluss­pro­blem des Schlier­ba­ches im Bereich der Park­plät­ze. Die Bach-Quer­schnitts­flä­che beträgt beim Stand­ort des Foto­gra­phen ledig­lich 6 m2.

Der mit 6m2 beeng­te Durch­fluss­quer­schitt führt zu einem Über­lau­fen des Bach­bet­tes, der Schlier­bach sucht sich dann sei­nen Weg über die Park­plät­ze und die Schlier­bach­stras­se. Bestä­ti­gung durch die Anwoh­ner. Um dies zu ver­hin­dern, muss die Ablauf­si­tua­ti­on des Baches in die­sem Abschnitt ver­bes­sert wer­den. Dies kann natur­nah durch eine Ver­tie­fung und Ver­brei­te­rung des Bach­bet­tes in die­sem Abschnitt erfol­gen. Im Tro­cken­wet­ter­fall bil­den sich zudem Berei­che die für Flo­ra und Fau­na im Ufer­be­reich. Denk­bar wäre auch ein Mäu­er­chen ab Ein­gang Eck Frei­bad­ge­bäu­de von etwa 60 cm Höhe bis 40m fluss­ab­wärts. Die Durch­fluss­flä­che beim 150 m fluss­ab­wärts sich befin­den­den Brü­cken­bau­wer­kes beträgt ca…m2. Der Brü­cken­durch­lass ist kei­ne Eng­stel­le, da der Bach hier wie­der eine grö­ße­re Fließ­ge­schwin­dig­keit hat. Bei einem HQ-100 Hoch­was­ser min­des­tens 2m/sec. Wir benö­ti­gen etwa 12m3/sec Was­ser­ab­fluss.

A.6. Sie­he hin­ten B.6

B. Län­ger­fris­ti­ge Maß­nah­men: Für das nächs­te Jahr­zehnt

B.1 Damm­schüt­tung an der Quel­le

Erd­damm­auf­schüt­tung etwa 80 cm um die Quel­le bei Lei­nen­first an der Ober­kann­te der Sen­ke her­um, 200m links und rechts. Dadurch wird das gesam­te Ober­flä­chen­was­ser im Quell­be­reich auf der Höhe Lei­nen­first zurück­ge­hal­ten und ver­si­ckert im Gelän­de, sie­he u. a. Goog­le­bild; die Quel­le ist am Beginn der Bewal­dung, das Gelän­de fällt ab Lei­nen­first — gut 1 km nörd­li­che Rich­tung- auf die­se Quel­le hin, ab.


Schlier­bach­quel­le, dort wo der Wald beginnt. Das weit­flä­chi­ge Gelän­de fällt zur Wald­sen­ke leicht ab.

B.2 Ver­bin­dungs­sträß­chen Ram­senstrut – Neu­ler
Bei etwas über der Hälf­te der Fließ­stre­cke von der Schlier­bach­quel­le bis zur Lan­des­stra­ße Neu­ler – Bron­nen kreuzt das klei­ne Ver­bin­dungs­sträß­chen (frei für Land- und Forst­wirt­schaft) den Bach.
Wie auf dem nächs­ten Bild erkenn­bar ist der Durch­laß mit 2 Röh­ren zu je 1m Durch­mes­ser viel zu groß. Die Durch­laß­flä­che bei­der Roh­re beträgt 1,5m2. Die Auf­nah­me ent­stand am 19.April 2019 und nur durch ein Rohr plät­scher­te wenig Was­ser, viel weni­ger als der Fil­gen­bach am glei­chen Tag von Sulz­dorf brach­te. Der lin­ke Durch­lass kann auf die Hälf­te ver­klei­nert wer­den, so dass der Gesamt­durch­lass bei­der höchs­tens noch 1m2 Flä­che bedeckt. Außer­dem bie­tet sich eine leich­te Erd­damm­schüt­tung an.

Da reicht ein Durch­lass zum Rück­halt der Hoch­was­ser­spit­zen.

B.3 Lan­des­stra­ße Neu­ler – Bron­nen

Mit Unter­stüt­zung der Nie­der­al­fin­ger und Neu­ler Bevöl­ke­rung wird die schnel­le Anhe­bung der Ver­bin­dungs­stra­ße Neu­ler-Bron­nen gefor­dert, min­des­tens um 2 Meter. Die Ver­bin­dungs­stra­ße durch­schnei­det die Hälf­te des Was­ser­ein­zugs­ge­bie­tes. Auch eine klei­ne Erhö­hung auf der lin­ken nörd­li­chen Stra­ßen­sei­te durch eine Erd­auf­schüt­tung am Stra­ßen­rand bis Leit­plan­ken­hö­he wäre eine Sofort­maß­nah­me. Die Durch­fluss­öff­nung ist momen­tan viel zu groß, sie ist auf die Öff­nung des Ring­dam­mes bei Nie­der­al­fin­gen abzu­stim­men.

Öff­nung unter der Lan­des­stra­ße Neu­ler- Bron­nen. Der Durch­mes­ser beträgt 1,50m und die Flä­che somit 1,7 m2, was einem Durch­fluss von 5 bis 6 m3/sec bei einem HQ 100 ent­spre­chen wür­de. Man beach­te das klei­ne Rinn­sal am 19. April 2019, das weni­ger wie der Fil­gen­bach zur glei­chen Stun­de von Sulz­dorf brach­te. Die wei­te­ren Maße sind 60 cm bis Beto­nen­de, wei­te­re 60cm bis zur Stra­ße, macht 2,70m der­zei­ti­ge Damm­hö­he. Der zusätz­li­che Erd­wall könn­te bis zur Unter­kann­te Leit­plan­ke hoch­ge­zo­gen sein, das sind wei­te­re 80 cm. Ins­ge­samt ergä­be das einen natür­li­chen Damm von 3,50m bei einer Öff­nung zwi­schen 1 und 1,4 m2, je nach Höhen­aus­bau.

B.4 Brü­cken­weg unter­halb der Klär­an­la­ge Neu­ler.

Unter­halb der Klär­an­la­ge trennt sich der vor­han­de­ne Weg, einer führt (von Neu­ler kom­mend) über den Bach in den rechts­sei­ti­gen Wald. Der Brü­cken­durch­lass ist gemau­ert mit einer viel zu gro­ßen Öff­nung. Da paßt der Kocher durch. Ganz nach der eins­ti­gen fal­schen Ziel­vor­stel­lung ori­en­tiert, ein plötz­lich durch einen Stark­re­gen anfal­len­des Hoch­was­ser schnell abzu­füh­ren. Durch eine Öff­nungs­ver­klei­ne­rung, abge­stimmt auf den Ring­damm bei Nie­der­al­fin­gen könn­te man wie­der ein Zurück­hal­ten der Hoch­was­ser­spit­zen, ins­be­son­de­re des Krä­hen­ba­ches – der Bach, der ent­lang des Skulp­tu­ren­we­ges run­ter­kommt — errei­chen. Es han­delt sich um Ober­flä­chen­was­ser der ver­sie­gel­ten Bau­flä­chen. Die rege Bau­tä­tig­keit mit Flä­chen­ver­sie­ge­lung der Gemein­de Neu­ler ist ein zuneh­men­des Pro­blem für Nie­der­al­fin­gen. Neben­bei: In Deutsch­land wer­den der­zeit etwa 100 ha Natur­bo­den täg­lich ver­sie­gelt.

Nächs­tes Bild:
der viel zu gro­ße Durch­lass kurz vor der his­to­ri­schen Schlier­müh­le: Gesamt­hö­he des Bau­wer­kes 4,60m von der Bach­soh­le bis zum Fahr­bahn­be­lag.

Gesamt­hö­he des Bau­wer­kes 4,60m bis zum Fahr­bahn­be­lag.

Die Öff­nung ist auf etwa 1,10m zu 1,20m zu ver­klei­nern. Dadurch könn­ten die plötz­li­chen Hoch­was­ser­spit­zen vor allem vom Krä­hen­bach bei jedem Stark­re­gen zurück­ge­hal­ten wer­den. Links oben, bzw. unter dem Sträß­chen durch könn­te man einen Über­lauf in die Schlier­müh­len­wie­se hin­ein ver­le­gen, soll­te es Pro­ble­me beim Rück­stau bis zur Klär­an­la­ge Neu­ler geben.

Der­zei­ti­ger Druch­lass: Brei­te im Bach­bett: 3,60m, in 2m Höhe: 4m, lich­te Höhe 3,60m. Öff­nungs­flä­che ca. 12m2: Durch­lass­vo­lu­men: 30m3/s per­ma­nent, HQ 100: Schei­tel­wert: ca. 10m3/s.
Zum Ver­gleich: Der Kocher führt beim Nor­mal­stand etwa 7 bis 10m3/s Was­ser in Hütt­lin­gen..

B.5 Ehe­ma­li­ge Schlierbachmühle/Wiese

Maß­nah­men: Ver­stär­kung des noch leicht sicht­ba­ren Erd­dam­mes bei der ehe­ma­li­gen Schlier­bach­müh­le, mit natür­li­chem Rück­stau in die Feucht­wie­se hin­ein — sie­he nächs­tes Bild -. Der Damm dien­te bereits im Mit­tel­al­ter als Hoch­was­ser­schutz für unse­ren Teil­ort Nie­der­al­fin­gen. Die Maß­nah­me B4 ist mit B5 kom­bi­nier­bar. Es wäre denk­bar, dass bei B4 ein Über­lauf­rohr bis zu 30m links von der Brü­cke in die fast ebe­ne Stau­wie­se Schlier­bach­müh­le hin­ein erfolgt. Die Ver­nich­tung der Hoch­was­ser­spit­ze dürf­te haupt­säch­lich durch Ver­si­cke­rung und einer umwelt­freund­li­chen Grund­was­ser­neu­bil­dung erfol­gen. Damit ist gewähr­leis­tet, dass der im Gut­ach­ten genann­te Schei­tel­wert von 17,5 m3/s vor Nie­der­al­fin­gen gerin­ger ange­setzt wer­den darf.

Bild: Über­sicht über die Stau- und Ver­si­cke­rungs­wie­se bei der ehe­ma­li­gen Schlier­müh­le.

Die freie Flä­che ist ein groß­flä­chi­ger Rück­stau­raum und zugleich eine natür­li­che Ver­si­cke­rungs­flä­che bevor das Über­lauf­was­ser wie­der in das Bach­bett zurück­fließt.

All­ge­mein ist zu sagen: Die Durch­lass­öff­nun­gen auf der Gemar­kung Neu­ler sind bei den Brü­cken­bau­wer­ken sind viel zu groß dimen­sio­niert und über­haupt nicht auf die Öff­nung unse­res Ring­dam­mes am Frei­bad abge­stimmt. In Neu­ler wur­de nach dem alten Prin­zip gebaut, anfal­len­des Regen­was­ser mög­lichst schnell durch viel zu gro­ße Brü­cken­durch­läs­se abzu­lei­ten, um der wei­ter fluss­ab­wärts lie­gen­den Ort­schaft eine erns­tes Pro­blem zu berei­ten.

B.6 Brü­cke Stra­ßen­über­que­rung zwi­schen Eng­stel­le und Gemein­de­gren­ze

  • Sie­he nächs­tes Bild-

Hier befin­det sich ein bereits vor­han­de­ner 3m hoher unge­nutz­ter Damm eben­falls mit einer viel zu gro­ßen Durch­lass­öff­nung auf Hütt­lin­ger Gemar­kung.

Vor­schlag: Damm­nut­zung mit Opti­mie­rung.

Hier befin­det sich ein wei­te­rer 3m hoher unge­nutz­ter Damm auf Gemein­de­ge­biet.

700 m bach­ab­wärts der Gemein­de­gren­ze und eben­so 700m ober­halb der Eng­stel­le am Ende der brei­ten Stau­wie­sen über­quert das Schot­ter­sträß­chen den Schlier­bach. Das Bach­bett (Bach­soh­le) ver­läuft etwa 3,10 m unter der Über­que­rungs­brü­cke, mit einem viel zu gro­ßen ova­len Durch­lass von 2,50m Höhe und ca. 4,30m Brei­te. Die Durch­lass­flä­che beträgt knapp 8m2. Wegen der star­ken Mäan­drie­rung sind bei einem HQ 100 Hoch­was­ser ledig­lich mit einer Fließ­ge­schwin­dig­keit von 2 bis 2,5m/s zu rech­nen. Das sind etwa 16 bis 19 m3 Was­ser aus Neu­ler, die unter der Brü­cke durch­schie­ßen könn­ten , mehr als ein Jahr­hun­dert­hoch­was­ser bringt.

Der Schei­tel­wert eines HQ-100 Hoch­was­sers dürf­te an die­ser Stel­le aber ledig­lich 16 bis 17 m3 betra­gen. Eine Begren­zung des Durch­flus­ses auf 7 bis 8 m3/sec und damit ein zeit­li­cher Rück­stau des Schei­tel­hoch­was­sers aus Neuler/Sulzdorf wäre sinn­voll. (An der Gemar­kungs­gren­ze 700m ober­halb mün­det der Bercht­hal­den­bach)

Hier befin­det sich ein wei­te­rer 3m hoher unge­nutz­ter Damm auf Gemein­de­ge­biet.

Der Schei­tel­wert eines HQ-100 Hoch­was­sers dürf­te an die­ser Stel­le aber ledig­lich ca 16 m3/sec betra­gen. Eine Begren­zung des Durch­flus­ses auf 7 bis 8 m3/sec und damit ein zeit­li­cher Rück­stau des Schei­tel­hoch­was­sers aus Neuler/Sulzdorf wäre sinn­voll.

Fol­gen­de 2 Sofort­maß­nah­men an die­sem Bau­werk bie­ten sich an:

Foto vom 11.05.2019

a)Verkleinerung des viel zu gro­ßen Durch­las­ses – der hal­be Kocher geht durch — abge­stimmt auf die Öff­nung Eng­stel­le. Ver­schließt man etwas mehr als die obe­re Hälf­te des Durch­las­ses, dann hät­te man auto­ma­tisch eine Stau­mau­er­hö­he von 2 m über dem nun ver­klei­ner­ten Durch­lass geschaf­fen. Die Durch­lass­öff­nung ist mit 1,50 x 1,50m = 2,20 m2 bis 2,50 m2 anzu­set­zen. Bach-Mäan­drie­rung bei der Rech­nung beach­ten. Das Rück­stau­vo­lu­men mit ca. 6000m3 ent­spricht dem vor­han­de­nen Ring­damm am Frei­bad.

b) Höher­le­gung des Sträß­chens bzw. klei­ne Stein­rei­he oder ein 50m lan­ges Mäu­er­chen ent­lang der Stra­ße, um die Stau­mau­er zu erhö­hen. Noch bil­li­ger wäre bach­auf­wärts eine Erd­wal­lauf­schüt­tung – sie­he Bild lin­ke Sei­te der Stra­ße — mit Begrü­nung des Erd­wal­les ent­lang des Schot­ter­sträß­chens. Dadurch kann das Rück­stau­vo­lu­men um wei­te­re 5000m bis 8000m3 in die Wie­se bach­auf­wärts ver­grö­ßert wer­den.

c) Wie­sen­über­lauf zur Grund­was­ser­neu­bil­dung. Der Über­lauf ist am Wegen­de ein­zu­pla­nen, dort wo ein Erd­weg auf der rech­ten Sei­te bach­auf­wärts geht, das ist momen­tan auch der tiefs­te Punkt. Bild: Ende des Sträß­chens in der Kur­ve. Von dort ergießt sich der Über­lauf über eine Wie­sen­flä­che von etwa 1 ha in das vor­han­de­ne Bach­bett bach­ab­wärts. Da es sich um einen saug­fä­hi­gen FFH-Boden han­delt, wer­den von 1ha Wie­sen­flä­che etwa 1000 m3 Was­ser in einer Vier­tel­stun­de absor­biert. Ein Wei­ter­ver­si­ckern in grö­ße­re Tie­fen ist gewähr­leis­tet. Die Maß­nah­me dient zugleich der Grund­was­ser­neu­bil­dung im Schlier­bach­tal. Außer­dem dient die Wie­sen­flä­che selbst als fla­cher Stau­raum. Die Lachen- und Tüm­pel­bil­dung wäh­rend des Hoch­was­ser­er­eig­nis­ses dürf­te wei­te­re 1000m3 zurück­hal­ten.

B.6 Sulzdorf/Niederalfingen

Es muss geprüft wer­den, inwie­fern eine Ver­zö­ge­rung des Was­ser­ab­flus­ses aus Sulz­dorf über den Fil­gen­bach rea­li­siert wer­den kann. Hier­bei sind auch meh­re­re dezen­tra­le Damm- bzw. Rück­stau­mög­lich­kei­ten zu prü­fen. Ins­be­son­de­re bie­tet sich eine Stel­le an:
Mün­dung des Fil­gen­ba­ches in den Schlier­bach hin­ter dem Gebäu­de der Hei­mat­lie­be:

Die Mün­dung erfolgt unter einem über­fahr­ba­rem Doh­len­durch­lass mit Schot­ter­weg. Öff­nungs­flä­che A = 0,75 m2. Der Durch­lass ist bereits auf eine rich­ti­ge Grö­ße begrenzt, also nicht zu groß und staut bereits jetzt die Hoch­was­ser­spit­zen des Fil­gen­ba­ches teil­wei­se zurück. Aller­dings ist der Rück­hal­te­raum zu gering. Die Ver­grö­ße­rung gelingt durch ein 1m Mäu­er­chen von ca 10m Län­ge auf der fil­gen­bach­auf­wärts gele­ge­nen Sei­te.


Der Brü­cken­durch­lass Fil­gen­bach liegt in einer Sen­ke, die Sen­ke ist unsicht­bar auf dem Bild.

C. Zusätz­lich mög­li­che Maß­nah­men mit gerin­gem Auf­wand

Ober­halb des Ortes: Bei der Besich­ti­gung der Gemein­de­rä­te wur­den noch wei­te­re Klein­op­ti­mie­run­gen ange­spro­chen, die alle nicht in das FFH Schutz­ge­biet ein­grei­fen, son­dern im Bach­bett ein­ge­baut sind.

Wei­ter könn­te an ver­schie­de­nen Stel­len, wo das tie­fe Bach­bett 1,50m bis 2m unter­halb des Ufers liegt eine Art Tor mit Durch­lass ein­ge­baut wer­den mit einem klei­nen Erd­damm auf bei­den Sei­ten als Anbin­dung an das bestehen­de Gelän­de und Ablauf in eine Ver­si­cke­rungs­wie­se. Schaf­fung von Lachen, Tüm­peln und Pol­dern.

C.1 Bach­aus­bau inner­orts
Beim Hoch­was­ser­durch­fluß inner­orts gibt das Gut­ach­ten vor dem Doh­len­ein­lass eine Eng­stel­le mit 14,5 m3/sec an. Nach­mes­sun­gen unse­rer­seits haben erge­ben: Die­se Eng­stel­le gibt es nicht, der Ver­dohlungs­pla­ner hat vor etwa 50 Jah­ren rich­tig gerech­net.
Wir wer­den die­se Eng­stel­le in unse­ren Vor­schlä­gen mit 16m3/sec berück­sich­ti­gen. Eine Geschwin­dig­keits­be­stim­mung unse­rer­seits bei einem Hoch­was­ser zur Fein­be­stim­mung steht noch aus. Fest steht aber: Nach der Ver­dohlung füllt das durch­strö­men­de Volu­men über­all die gan­zen Bach­quer­schnit­te aus, die im Gut­ach­ten mit 17m3 bis 19m3 ange­ge­ben sind.
Besei­ti­gung vom Bach geschaf­fe­ner Eng­stel­len im Bach­bett inner­orts: Bei der Bach­be­ge­hung wur­den von uns im Bach­bett inner­orts ent­lang der Schlier­bach- und Ufer­stra­ße Geröll- und Geschie­be­ab­la­ge­run­gen fest­ge­stellt, die neue Eng­stel­len im Ver­lauf der letz­ten Jahr­zehn­te geschaf­fen haben. Auch Anwoh­ner berich­te­ten uns von Bach­aus­trit­ten auf die bei­den Stra­ßen­sei­ten. Hier ist das Bach­bett wie­der in den alten Zustand zurück zu füh­ren durch Aus­bag­gern der Gesteins- und Geröll­schüt­tun­gen.

Das Prin­zip des neu­zeit­li­chen Hoch­was­ser­schut­zes eines Ortes ist letzt­lich die Ver­lang­sa­mung der Bach­ge­schwin­dig­keit ober­halb eines Ortes und der schnel­le­re Durch­fluss im Ort selbst.

Vor­tei­le bei allen unse­ren Vor­schlä­gen:

• Wir hät­ten nir­gend­wo ein Rie­sen­bau­werk, das zer­stö­re­risch in das FFH-
Schutz­ge­biet ein­greift.
• Flo­ra und Fau­na blei­ben bei die­sen Vor­schlä­gen opti­mal geschützt
• Hoch­was­ser­schutz für Nie­der­al­fin­gen und Land­schafts­schutz ergän­zen sich.
• Die Bau­wer­ke sind opti­mal in die Natur inte­griert.
• Rela­tiv kos­ten­güns­ti­ger Aus­bau bereits vor­han­de­ner Hoch­schutz­ob­jek­te

Aus­gleichs­maß­nah­men

Die Natur ver­än­dert sich immer und gleicht klei­ne Ein­grif­fe auto­ma­tisch wie­der aus. Trotz­dem schla­gen wir Aus­gleichs­maß­nah­men vor: Das FFH Schutz­ge­biet Schlier­bach­tal beginnt direkt am Frei­bad und endet an der Gemar­kungs­gren­ze zu Neu­ler. Für die gerin­gen Ein­grif­fe durch unse­re Maß­nah­men in das FFH-gebiet bie­tet sich eine Erwei­te­rung der FFH-Gren­ze von der Gemein­de­gren­ze aus fluss­auf­wärts an. Für die Ein­grif­fe auf der Hütt­lin­ger Gemar­kung könn­te man als Aus­gleich die Kup­pe des Hal­mes­bu­ckes, der höchs­ten Erhe­bung Hütt­lin­gens, vor­se­hen.

Ergän­zen­de Anmer­kun­gen

Ein Hoch­was­ser­schutz hat nicht die Auf­ga­be das gesam­te Hoch­was­ser zurück­zu­hal­ten. Der Damm hat ledig­lich die Auf­ga­be, die Hoch­was­ser­spit­zen in sei­nem Rück­hal­te­be­cken ein­zu­stau­en und zeit­lich ver­zö­gert wie­der abzu­ge­ben. Bei meh­re­ren Stau­stu­fen müs­sen die Öff­nungs­ver­hält­nis­se opti­mal auf­ein­an­der berech­net sein, was erheb­li­che phy­si­ka­li­sche Vor­kennt­nis­se erfor­dert. Wir besit­zen die­se.
1)Grundsätzlich gilt, je wei­ter ein Rück­hal­te­be­cken vom Schutz­ob­jekt Nie­der­al­fin­gen ent­fernt liegt, des­to mehr Rück­hal­te­vo­lu­men wird bei glei­chem Schutz­grad benö­tigt. Der Grund ist, dass aus einem weit ent­fern­ten Becken weni­ger Was­ser durch­ge­las­sen wer­den darf, da das Ein­zugs­ge­biet unter­halb des Rück­hal­te­be­ckens bis zur Orts­la­ge wie­der für eine Erhö­hung des Abflus­ses sorgt.
2) Für die Ver­tei­lung des Rück­hal­te­raums auf meh­re­re Ein­zel­be­cken bis hin zur Kreis­stra­ße von Neu­ler müs­sen neue Berech­nun­gen sei­tens des Büros Wink­ler gemacht wer­den. Dafür haben wir das gan­ze nächs­te Jahr­zehnt dann Zeit, denn die Maß­nah­men auf dem Gebiet der Gemein­de Neu­ler, etwa 85 bis 90% des Was­ser­ein­zugs­ge­bie­tes sind zukünf­ti­ge Ergän­zungs­maß­nah­men. Eine Kas­ka­de an Hoch­was­ser­schutz ist anspruchs­voll in der Abstim­mung, da man einer­seits nicht zu viel Was­ser zurück­hal­ten darf, um das Volu­men opti­mal zu nut­zen, ande­rer­seits nicht zu wenig Was­ser, damit sich die Kas­ka­de von oben nach unten füllt. Wir sind durch unse­re Aus­bil­dung in der Lage, hier­bei durch Vor­be­rech­nun­gen behilf­lich zu sein oder das Pro­blem selbst rech­ne­risch zu lösen. Es ist so zu pla­nen, dass die Hoch­was­ser­spit­zen nicht gleich­zei­tig vor Nie­der­al­fin­gen ein­tref­fen, son­dern zeit­lich ver­setzt abge­führt wer­den kön­nen.
3)Nach Been­di­gung aller Maß­nah­men müs­sen die Schutz­gra­de neu berech­net wer­den, denn die in den nächs­ten 10 bis 20 Jah­ren sich fort­set­zen­de Bebau­ung und Flä­chen­ver­sie­ge­lung auf unse­ren Gemar­kun­gen, aber vor allem auf der Flä­che der Gemein­de Neu­ler ver­än­dern die HQ-Berech­nungs­grund­la­gen.
4)Durch die von uns unter­brei­ten­den Vor­schlä­ge kann einer­seits sofort begon­nen wer­den, ande­rer­seits kann man bei der zeit­lich gestaf­fel­ten Umset­zung auf die bis dahin gemach­ten Erfah­rungs­wer­te zurück­grei­fen und ent­spre­chen­de zeit- und inno­va­ti­ons­be­ding­te Ände­run­gen ein­pla­nen.

Josef Kowatsch, Bür­ger­lis­te Hütt­lin­gen.


Die kos­ten­güns­tigs­te Lösung:
-Bach­quer­schnitts­flä­che am Frei­ba­dein­gang ver­brei­tern von 6m2 auf 9m2 mit einem Mäu­er­chen, zugleich eine opti­sche Ver­schö­ne­rung des Badein­gang­be­rei­ches.

  • Abstimmung/Verkleinern der Durch­lass­öff­nun­gen bei den vor­han­de­nen Bach­brü­cken, Schaf­fung von klei­nen Rückst­au­flä­chen in Ver­si­cke­rungs­wie­sen.
  • Ring­dam­mer­hö­hung von 60 cm mit 3 cm dicken Scha­lungs­bret­tern, die am Beton anged­ü­belt wer­den bei gleich­zei­ti­ger Ver­klei­ne­rung des Brü­cken­durch­las­ses auf 1,70m x 1,70m.